Daniela Ullrich
Gesundheit, Sport, Ernährung

Wasser, Kinder und ich

Wasser, Kinder und ich

Also ganz ehrlich gesagt, war ich immer eine der Frauen, die sich irgendwie darum drückte die Babys der Verwandtschaft mal halten zu „müssen“. Und nur sehr selten fand ich das Babys oder Kleinkinder süß und schnuckelig sind. Da passte schon eher der Begriff nervig, laut und naja. Muss ich nicht haben.

Als ich dann die Ausbildung zur Personaltrainerin absolvierte waren auch Kinder und Kleinkinder ein Bestandteil der Ausbildung. Und ja, ich habe diese Bereiche auch absolviert. Aber für mich war glasklar in mein Portfolio kommen keine Schwangere, keine Babys, keine Kinder und nichts was damit zu tun hat.

Das war der Plan. Der stand auch ziemlich fest…zumindest dachte ich das. Und war felsenfest davon überzeugt.

Aber wie das immer so mit Plänen ist, es kommt anders als man denkt.

Ich hatte einen Aquakurs für  Erwachsene übernommen und dann war ich plötzlich nicht nur bei den Erwachsenen, sondern auch bei den Kindern. Naja, es sollte ja nur eine kurzfristige Aushilfe sein. Also wird das schon gehen.

Aber je länger ich das machte, umso mehr Gefallen fand ich daran. Ich habe mich dann auch noch einmal mehr mit der Materie befasst.

Und nun, ja nun, erlebe ich solche Geschichten, die mich einfach nur schmunzeln lassen.

Einmal hatte ich etwas lautere, aber absolut herzige Zwillingsmädchen in meinem Kleinkinderschwimmkurs. Ein bisschen anstrengend waren sie schon. Eigentlich hätte man die beiden trennen und in verschiedene Kurse stecken müssen.

Um den Geräuschpegel etwas zu senken und dafür zu sorgen, dass die beiden nicht immer aneinanderhängen, beschloss ich einen Jungen zwischen die beiden Mädchen zu setzen. Und Kinder sind so erbärmlich ehrlich. Dieser kleine Junge schaut mich mit ganz großen Augen an und sagt „Ich will aber nicht zwischen diesen lauten Mädchen sitzen“ In diesem Augenblick musste ich einfach nur schmunzeln. Und ich dachte mir,“ Junge ich kann Dich voll verstehen, aber es nützt leider nichts“. Alle haben das gut überstanden.

In einem anderen Kurs, war ein kleiner 5 jähriger Junge dabei, der mit dem Wasser nicht wirklich auf Du und Du stand. Seine Mutter erzählte mir, dass er von Geburt an selbst beim Duschen und Baden weint und schreit. Im Lauf des Kurses fand der Junge Spaß am Schwimmen und taucht nun sogar freiwillig seinen Kopf unter Wasser und holt Ringe hoch. Ein Novum für die Mutti. Und dieser kleine lockige Junge steht vor mir, schaut mich mit großen Augen an und sagt, „Du bist die tollste Schwimmlehrerin, die ich je hatte“ Da geht einem doch das Herz auf. Auch wenn ich mir dachte „Wieviele Schwimmlehrerinnen hattest Du denn schon mein kleiner Mann?“

Es ist wunderbar zu sehen, wie Kinder sich freuen, wenn sie Fortschritte machen, wenn sie ganz alleine die Bahn durch das Becken schwimmen, wie sie sich bemühen und anstrengen, um etwas zu erreichen und die Freude und der Stolz über die eigene Leistung.

Und ja, ich freue mich auf die Kleinen, es macht mir Spaß ihnen zu helfen, das Wasser lieb zu gewinnen, sich mühelos im Wasser zu bewegen, Ängste zu überwinden und Schwimmerfolge zu schaffen.

Ja, ich mag meinen Job

oder noch besser

ICH LIEBE MEINEN JOB ! 🙂

 

© Text by DUitnow 2018
Foto: Fotolia, yanlev